
Gruppenprozeß
Gesamtgruppe mit Untergruppen
Die ständigen Rücksprachen und das zur Diskussion stellen der eigenen Meinung war zeitraubend und teilweise entnervend und stellte die Geduld der einzelnen Mitglieder auf die Probe.
Um so wichtiger wurde es, im stillen Einvernehmen für uns, aus Zeitdruck und aus gemeinschaftlichen Bestrebungen etwas auf die Beine zu stellen, ein erträgliches Maß zu finden zwischen Absprache und Arbeit.
So wurde ein paralleles Arbeiten beschlossen.
Je zwei Leute arbeiteten an einem Bild. Sich beobachtet fühlen und selbst über die Schulter anderer schauen, wechselten mit unmittelbarem Tun und kritischem Betrachten der eigenen Arbeit ab.
Das wurde von allem als sehr anstrengend empfunden, aber auch als sehr anregend. Standpunkte und Bedürfnisse der Anderen berücksichtigen, sich selbst trauen und das Einbringen von Initiative waren gefragt.
Es machte individuelle Pausen nötig, um dem Gruppenchaos zu entgehen und sich nach Stärkung wieder in das Getümmel hinein begeben zu können.
In welcher Intensität das jeder tat, war individuell sehr verschieden. Trotzdem fanden die meisten wieder den Zugang in die Gruppe, nur wenige blieben fern. Überhaupt hatte sich schnell eine feste Gruppenzusammensetzung gefunden, die bereit war zusammenzuarbeiten.
Später wurde das soziale Geschehen viel öfter erwähnt, als die eigentliche Arbeit an den Bildern.
Feinfühligkeit und Herantasten war gefragt und eine unbewußte Einigung auf neue Umgangsformen in dieser ungewohnten Arbeitsatmosphäre, einfach ein stärkeres miteinander als gegeneinander.
Wobei innerhalb dieses Gefüges auch Dominaz geübt werden konnte, um die eigene Meinungen in der Gruppe wieder zu finden. Das erzeugte oft Unsicherheit, manchmal Frustration, manchmal Zufriedenheit, aber dieses Miteinander erzeugte auch Gemeinschaftssinn.
Das Aushalten können von Offenheit und Frustration war ein wesentliches Element in dieser Gruppenkonstellation, denn die Einzelnen konnten auch Gruppenunterstützung erfahren, wenn sie gerade selbst an einem Nullpunkt angekommen waren. Im Wechsel zog jeder einmal oder wurde gezogen.
Insgesamt war das Bestreben dieses Projekt zu einem guten Ende zu bringen sehr stark und auch letztlich immer wieder vermittelnd und motivierend.